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Zähne zeigen
Eine literarische Generation, von Los Angeles aus gesehen

Von Norbert Kron

 

                                                                                  (Erschienen in "ndl" 3/2004)

 

1

Eine große, plüschige Hotelhalle. Klaviermusik schäumt über die beigen Polstersessel wie die Brandung, die ein paar Meter unterhalb der großen Fenster an den Strand rauscht. Der Tee zum Aufgießen kostet sechs Dollar. Drei Schriftsteller, alle Ende 30, sitzen hier und reden über Literatur und Amerika. A. macht, was ein “writer” in Los Angeles macht - sie schreibt Filme und versucht nebenbei mit ihrem Romanprojekt voranzukommen. Sie beneidet R. und mich dafür, daß wir hier uns dank eines Stipendiums ganz auf unsere literarische Arbeit konzentrieren können - sowie auf Erkundungen der amerikanischen Kultur. Und die Villa, fragt sie ungläubig, diese Villa über dem Ozean gehört dem deutschen Staat? Tatsächlich, das Traumhaus in Pacific Palisades, das Lion Feuchtwanger 1941 nach seiner Emigration hier im damals einsamen Pacific Palisades für 9.000 Dollar kaufte, ist vor zehn Jahren mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie gekauft worden. Auswärtiges Amt und Innenministerium zahlen die Stipendien.

A. kann vor Erstaunen kaum den Tee mehr schlucken. Dies sind für sie Märchen, wie man sie sich selbst in Hollywood nicht ausdenken könnte. Es gibt ihn also, den “deutschen Traum”. Er heißt: Bewirb dich um ein Stipendium, und wenn du Glück hast, kriegst du eines in der Villa Aurora oder in der Villa Massimo. Um dem amerikanischen Traum zu folgen, ist es für A. - wie für jeden anderen Amerikaner - dagegen völlig selbstverständlich, zwei oder drei Jobs nebeinander zu machen. Nach der Arbeit als Sprechstundenhilfe noch ein paar Stunden im Coffee Shop: Willkommen im lustigen Künstlerleben. Während der Woche Arbeit an kommerziellen Drehbüchern, um am Wochenende ein paar Stunden für den Roman rauszuschlagen: Das ist das Holz, aus dem amerikanische Schriftsteller geschnitzt sind.

Apropos: R. und ich sind große Fans der amerikanischen Literatur. Autoren wie Richard Ford, Don DeLillo, Philip Roth oder John Updike haben für uns Standards in der Weltliteratur gesetzt. Auch wenn wir Jonathan Franzen, Jeffrey Eugenides oder Bret Easton Ellis für überschätzt halten, haben wir die Amerikaner auch bei der jüngeren Literatur fest im Blick. Was für Film und Popmusik gilt, für Design und Kunst, gilt auch für die amerikanische Literatur: Sie ist etwas, was uns präsent ist, etwas, womit wir leben.

A. ist überrascht. Sie findet, daß die amerikanische Literatur nur eine Kopie der europäischen Literatur des 19. Jahrhunderts sei. Sie sei eine Kopie wie alles in ihrem Land - wie dieses Hotel, das mit seinem Plüsch, seinem Neoklassizismus, seiner Klaviermusik wie eine schlechte Filmkulisse wirkt. A. möchte gern etwas über die deutsche Literatur erfahren. Welche Autoren wir ihr empfehlen könnten? Welche Bücher? Sie greift sich Papier und Stift aus ihrer Handtasche, bereit, die unverständlichen Namen zu notieren, die sie noch nie gehört hat.

Und da passiert es. Als sie uns mit dem Stift in der Hand ansieht, leisten wir unseren Offenbarungseid. Selbst in Rechnung gestellt, daß die ignorante amerikanische Kulturindustrie die deutsche Literatur als unverkäuflich ansieht und nicht in englischer Übersetzung zugänglich macht: Es gelingt uns kaum, aus ganzem Herzen fünf Namen zu nennen, von denen wir glauben, daß sie von unabdingbarer, internationaler Bedeutung sein könnten. Sicher, es gibt eine Unzahl von Autoren, die gutgemachte, ordentliche, interessante Bücher geschrieben haben. Aber Texte, die neben denen von Pynchon oder DeLillo Bestand haben? In deren literarischer Verdichtung das Ende des 20. Jahrhunderts erinnert werden wird? - Elfriede Jelinek maybe, sagt der eine. But she’s not german. Zögerlich ergänzt der andere: Same goes for the early Händkie. - Is he translated? - Uuh. Maybe ‘The short letter to the long goodbye’? (It actually takes place in the US...) - What about Grass? - Well, ‘The Tindrum’ is definetly a good book. But that’s from 1959, the time of Bachmann, Frisch, Böll and all these guys. - And there’s no international bestseller? - You’ve heard about ‘Schlink’? - ‘Schlunck’!? - Schluck!

 

2

Fünfzehn Wochen an der amerikanischen Westküste, und die Widersprüche, die sich in einem auftun, sind zum ständigen Begleiter geworden. Einer Generation angehörig, die ohne Nationalgefühl aufgewachsen ist, entdeckt man plötzlich eine manifeste Identifikation mit der kulturellen Heimat. Angesichts der allerorts aufgezogenen ‘star spangeld banners’, in denen sich das amerikanische Selbstbewußtsein äußert, zieht in einem unwillkürlich ein europäischer Patriotismus auf, der sich über den materialistischen Positivismus hierzulande erhaben fühlt. Nicht nur daß es außerhalb von New York und San Francisco kein kulturelles Leben im uns bekannten Sinn gibt - mit Lesungen, kulturkritischen Debatten, Orten geistigen Lebens. Auch die Weltnachrichten machen, genau wie es althergebrachte Vorurteile besagen, an den Grenzen des nordamerikanischen Kontinents halt. Plakate, die dem Autofahrer verkünden: “We support our troops”, mögen bei Tankstellen im 50er Jahre-Design noch als Ästhetik des Schreckens durchgehen. Diese aber schlägt radikal in den befürchteten Kulturschock um, wenn im Urlaubsort “29 Palms” - der gleich neben der größten Base der Marines gelegen ist - Freizeit-T-Shirts verkauft werden, deren Aufdrucke den barbarischen Chauvinismus der Spezialtruppe verherrlichen: “Sinking our teeth in the middle east” - oder: “Mess with the best - die like the rest!”

Auf der anderen Seite freilich, genauso nah an 29 Palms gelegen, zeigt sich im atemberaubend schönen Joshua Tree Nationalpark das andere Amerika. Mit welchem Verantwortungsbewußtsein sich hier alle der Naturschönheiten annehmen, wie gut organisiert und zugleich leger es hier zugeht, unter freundlichen Rangern, die den Park bewachen, und den Besuchern der Campingplätze, die zwischen sandfarbenen Jumbofelsen ihre Zelte aufschlagen - all das ist ein Exempel für den Spirit, der Land und Leute überall durchzieht. Hundekot, der in der deutschen Kulturhauptstadt Berlin die Gehsteige zu Minenfeldern macht, ist selbst in amerikanischen Megastädten wie Los Angeles unbekannt. Und die Architektur, die aus dem Nichts entstanden ist und das Nomansland in das Zuhause der Menschen verwandelt hat, ist von einem Einfallsreichtum und Geschmack, den man in Berlins Architektur vergeblich sucht. Häuser von Richard Neutra, Schindler, Charles und Ray Eames oder anderer Künstlerarchitekten gehören in Los Angeles seit den 50er Jahren zum Stadtbild.

Freilich: In Pacific Palisades, wo die Porsche-Dichte die von München-Grünwald übertrifft (und wo Ehefrauen als Zweitwagen keine Twingos fahren, sondern überdimensionierte Offroader), stehen an den Ampeln Obdachlose, die mit Pappschildern um Arbeit oder ein wenig ‘spare change’ nachsuchen. So wie der amerikanische Autofahrer generell jeden Blickkontakt mit dem Nebenfahrer vermeidet, werden auch sie von den Insassen der rollenden Festungen ignoriert. Sie sind ohnehin nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Der Stadtteppich, der sich östlich und nördlich von West-L.A. über Dutzende von Meilen ausbreitet, ist gewebt aus Existenzen am Rande des Existenzminimums.

Der Widerspruch ist permanent und grundlegend. Hinter jedem Glanz, unter jeder Schönheit, klafft der Abgrund, die Brüche, die zwischen Arm und Reich bestehen, sind offen und unüberdeckbar. So wie der amerikanische Traum den Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär verheißt, droht jedem, der heute sein Auskommen hat, morgen der Abstieg ins gesellschaftliche Nichts und in das Versinken in Schuldenbergen. Das ist es, was der amerikanische Freiheitsbegriff eigentlich meint: Nicht geistige Liberalität, sondern: Gnadenlose Eigenverantwortlichkeit, ein Leben ohne gesellschaftliches Sicherungsnetz, Fortkommen aus eigener Kraft mit potentiellem freiem Fall. Garantiert und begrenzt wird dieser Existenzraum durch strikte offizielle Regeln, die im öffentlichen Leben dauerpräsent sind in den Abertausenden von Verbotsschildern. Die hohen Geldstrafen, die dort zugleich angedroht werden, signalisieren jedem auf Schritt und Tritt, daß das Gesetz bei ihrer Überschreitung mit eisernem Besen kehrt.

Das Gesicht Amerikas ist uns so ähnlich - und doch so fremd. Wir, Ende 30, sind mit dem Blick in diesen Spiegel aufgewachsen und kennen doch noch immer nicht den, den wir darin sehen. Immer mehr versuchen wir uns dem Bild anzupassen, und doch läuft es uns kalt den Rücken herunter, wenn wir uns selbst darin erkennen. Wir sehen die Mängel, die grausame Selbstbezogenheit, das ungerechte Nichtfunktionieren dieser Gesellschaft. So sehr Amerika uns fasziniert: Wir wissen, es kann für uns kein Vorbild sein. Und doch bringt dieses Land seit Generationen in allen Sparten Kulturprodukte hervor, die für uns ein maßgeblicher sind als das meiste, was es bei uns gibt. Hochgebildet von Auslandsaufenthalten und kulturwissenschaftlichen Studien, steht die Generation der Enddreißiger vor dem verstörenden Phänomen, daß die amerikanische Kunst und Literatur unsere Welt besser beschreibt als die eigene.

 

3

Was ist passiert seit Feuchtwanger, Brecht, Kafka oder den Brüdern Mann? Warum fallen einem auch nach dem zweiten Weltkrieg nur Namen von Autoren ein, deren Geburtsdatum vor 1945 liegt? In der Villa Aurora rücken einem derlei Fragen umso mehr auf den Leib, als so viele große Künstler hier dauerpräsent sind. Nicht nur Schriftsteller, auch Komponisten wie Schönberg und Eisler oder Filmregisseure wie Fritz Lang lebten während ihres Exils in Los Angeles und kamen in dieser Villa in Pacific Palisades zusammen. Man schaut von derselben Steinbank auf den Pazifik, auf der Feuchtwanger und Brecht sich in den Pausen von ihrer gemeinsamen Schreibarbeit erholten. Man arbeitet an Werfels Schreibtisch, der im oberen, sonnendurchfluteten Bibliothekszimmer Platz fand. Man wohnt in Feuchtwangers Zimmer und liest, in dessen eigenem Bett liegend, seinen Roman “Erfolg” - diesen aufwühlenden, sprachmächtigen, komischen, traurigen Roman, der, ob seiner Unbequemlichkeit und Regionalbezogenheit, kaum mehr Raum in unserem Gedächtnis einnimmt und doch gleichrangig neben “Berlin Alexanderplatz” und dem “Zauberberg” steht. (Wie klang es Thomas Mann im Ausland entgegen, wenn man seiner literarischen Kunst huldigte? “It’s nearly like Feuchtwanger!”)

“Erfolg” schildert eine gnadenlose Wirklichkeit, die, von den Wunden des ersten Weltkriegs gezeichnet, mit unaufhaltsamer Eigendynamik auf die Schrecken der Nazidiktatur zusteuert. Das unmittelbare Nebeneinander von Menschlichkeit und Barbarei, von Liebe und Wut auf die Heimat ist selten irgendwo ergreifender in Worte gefaßt worden. In diesem Roman wird mit derselben Selbstverständlichkeit gemordet wie geliebt. Obwohl Feuchtwanger bei der Niederschrift dieses Romans - gerade mal so alt wie wir - bereits ein international renommierter und wohlhabender Autor war, spürt man in jeder Faser des Romans das Wissen um die Grenzen der menschlichen Existenz, das ständige Auf-der-Kippe-Stehen des Lebens. Wer Glück und Geschicklichkeit hat, mag mit heiler Haut durchkommen. Aber genauso gut, sei es wegen eines Justizirrtums, sei es wegen einer anderen Intrige des Daseins, kann man von einem Tag auf den anderen im Kerker stecken und nicht mehr herauskommen. Was Feuchtwanger damals - vielleicht dank seiner jüdischen Herkunft - mit scharfem Blick auf seine Heimat wahrgenommen hat, drohte ihn selbst wenig später als bittere Wirklichkeit einzuholen, als die Nazis die Macht ergriffen. Andere, weniger gutgestellte Schriftstellerpersönlichkeiten, konnten sich nicht wie er, Brecht oder die Brüder Mann rechtzeitig vor ihrem Zugriff in Sicherheit bringen. Ihm gelang es, sich über Frankreich bis nach Kalifornien zu retten, wo er bis zu seinem Tod 1958 lebte. Die Amerikaner, die ihm Zuflucht boten, erkannten ihm nie die Staatsbürgerschaft zu. Sie trauten dem Mann nicht, der in den 30ern von Stalin zum Vieraugengespräch eingeladen worden war.

Von harten Existenzerfahrungen zwischen Selbstverantwortlichkeit und Krieg sind die, die in den 60er Jahren geboren sind, ihre Jugend über verschont geblieben. Das unterscheidet sie wesentlich von Autoren wie Feuchtwanger und Brecht - und von jenen, die nach dem Krieg zu gewichtigen und streitbaren Stimmen der deutschen Literatur wurden - wie Grass, Walser oder Christa Wolf. Für die heute 40-Jährigen waren schöngeistige Studien und materielle Sicherheit eine Selbstverständlichkeit. Selbst der Protest gehörte zum vorgesehenen Repertoire ihrer Entwicklung. Für sie war es unvorstellbar, weniger als die Eltern zu verdienen, keinen guten Job zu haben, sich nicht selbst verwirklichen zu können. Zukunft war für sie gleichbedeutend mit: geschmackvollen Häusern, Zweitwägen und exotischen Reisen.

Für manche ist es tatsächlich so gekommen. Für die, die das Geldverdienen als Familientradition vererbt bekamen und die Spielregeln des Systems entsprechend unbekümmert anwandten, hat sich das Leben in ein einziges, ewig weißblaues Voralpenland am Strande Sylts verwandelt. Für die anderen dagegen, für die, die geistigen Werten folgten, ist die einstige Idylle am Ende ihrer 30er in eine bodenlose Existenzunsicherheit umgeschlagen, die ihnen nie zuvor möglich schien. Die wirtschaftlichen Verhältnisse haben sich in den letzten fünfzehn Jahren in einer Weise verschärft, daß das ganze Selbstverständnis der deutschen Gesellschaft aus den Fugen geraten ist. Drohende Altersarmut, Arbeitslosigkeit, Verlust der Ideale: Für die in den 60ern Geborenen ist der Fall aus der schmuseweichen Jugend auf den harten Boden jener neuen Realitäten, die sie mitten in ihrem besten Alter eingeholt haben, tief und grausam. Es kostet sie Jahre in der Mitte ihres Lebens, um zu begreifen, daß nichts so kommen wird, wie es immer schien - daß sie mittellos sein werden (sofern sie nichts erben) und mittelmäßig (trotz all ihrer ästhetischen Schulung). Noch nie gab es und nie wieder wird es eine Generation geben, die in ihrer ganzen Breite so gut erzogen, weltoffen und politisch gebildet gewesen ist. Sie sind der ganze Stolz der deutschen Demokratie. Niemand auf der Welt muß sich vor ihnen fürchten, im Gegenteil, sie machen sich in der ganzen Welt Freunde. So wie jeder von ihnen im Ausland studiert hat, haben sie alle mindestens eine von der Krankenkasse bezahlte Psychotherapie begonnen. Kein Wunder, daß es ihnen an Unverschämtheit, an Größenwahn, an Verzweiflung fehlt, um unbedingt Großes zu leisten. Wie schlecht es ihnen auch geht - es geht ihnen nicht schlecht genug, um aufs Ganze gehen zu müssen. Zumal sie genau wissen, daß wahres Glück im Leben sich nicht durch äußeren Erfolg erlangen läßt. Ihr künstlerischer Ruhm beschränkt sich auf ein wenig mediales Aufsehen. Sie sind eine glückliche Generation. Sie müssen nichts von wirklicher Bedeutung schaffen.

Es ist kein Wunder, daß die erfolgreichsten Künstler dieser Generation fast ausnahmslos aus dem Osten stammen. Desillusioniert von dem System, in dem sie aufgewachsen sind, haben sie auch an das neue System nie glauben können, das ihnen von einem Tag auf den anderen übergestülpt wurde. Aber sie mußten, anders als ihre verschlafenen, wohlerzogenen Westgenossen, die Spielregeln des Kapitalismus in einem Crashkurs mit Anfang, Mitte 20 lernen - Spielregeln, über deren Verlogenheit sie sich nie eine Illusion gemacht haben. Gerade weil sie ihnen mit genauso viel Skepsis gegenüber stehen wie den untergegangenen Ideologien ihrer Heimat, benutzen sie sie nur umso kaltschnäuziger für sich - eine Sprache in einem fremden Land, die man zum Überleben sprechen muß.

Die Spätzünder aus dem Westen stehen vor der Wahl, diese Regeln endlich doch noch zu begreifen oder über ihrem Mittelmaß glücklich zu werden. Zum Leben zuwenig, zum Sterben zu viel, das ist ihre Tragik. Ob sie diese annehmen und in ihr verharren, hängt von ihnen selber ab. Amerika ist ein gutes Pflaster, um die ersten Schritte in dieser Richtung zu tun. Denn was immer man gegen die amerikanische Lebensauffassung vorbringen kann, eines kann man sich von ihr vorbehaltlos abschauen: sich nicht über das eigene Schicksal zu beklagen. Ob die Wirtschaft kriselt oder die Literatur schwächelt - wir neigen dazu, die Schuld dafür sofort der “Generation”, dem “Staat” oder der “deutschen Geschichte” zu geben. Von Kaliforniens Westküste aus betrachtet sind alle Deutschen Jammerossis. So zynisch es sein mag, daß auch in Deutschland bald wieder am Gebiß erkennen zu sein wird, wer arm oder reich ist (und sich Zahnersatz leisten kann oder nicht) - hier in Amerika verzieht niemand seine Miene, weil er sich sein weißes Lächeln hart erarbeiten muß. Für den Schriftsteller bedeutet das: Er muss Zähne zeigen, jetzt erst recht.