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Metropolis Now
Die Stadt unter der Stadt
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1
Sie waren über Nacht
gekommen. Unbemerkt wie eine geheime
Armee hatten sie in der ganzen
Stadt Stellung bezogen. |
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2
Niemand schien uns sagen
zu können, was sie zu bedeuten
hatten, von wo
sie eigentlich kamen. |
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3
Wer immer dahinter steckte, ein
Einzeltäter, eine Organisation: Er
arbeitete im Verborgenen, nach einem unbekannten
Plan. |
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4
Vielleicht war alles auch nur
eine Täuschung. Ging es uns denn
schlecht? Wurde nicht alles
getan, um uns bei Laune zu halten?
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5
Und doch, kein Zweifel: Irgendetwas
griff auf die Stadt über, war
im Begriff, von uns
Besitz zu ergreifen. |
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6
Manche sprachen von Abhöranlagen. Andere
sagten: Es gäbe ein unterirdisches
Kraftwerk, von dem wir alle
abhingen. |
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7
Von Zeit zu Zeit war es, als sei da
ein Beben unter unseren Füßen, eine
Bewegung in der Erde, die aus der Tiefe
zu uns aufstieg. |
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8
Plötzlich wie ein Messerstich
das Gefühl: Es war gar nicht dort
draußen. Es schien durch uns
hindurchzugehen. |
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9
Neben jener Stadt hier oben, die wir
gekannt hatten, schien ein tieferes
Metropolis zu existieren, das
uns durchdrang. |
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10
Dorthin mussten wir hinabsteigen, in
jene Stadt unter
der Stadt, die unser zukünftiges
Zuhause war. |
Diese Fotostory liegt auch als gleichnamiger Poetryfilm vor.
Norbert Kron, 1999-2005.
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