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Norbert Kron Der Begleiter. Roman Originalausgabe, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2008, 11,95 EUR.
"Was den „Begleiter“ so großartig macht: Norbert Kron erzählt extrem elegant, durchaus verführerisch und weitgehend untheoretisch: Von der Liebe, vom Geben und Nehmen, vom Spiel und Kampf der Geschlechter, von Begehren und Enttäuschung – eben von all dem, was Mann und Frau so ausmacht. Und er tut es klasse. Ein kleiner, ganz großer Roman." Jürgen Deppe auf NDR Radio Kultur
»Erzähl mir«, sagte sie, »wie ist es, wenn man seinen Körper verkauft.« Er überlegte kurz: »Ich begleite interessante, emanzipierte Frauen und verbringe mit Ihnen ein paar intensive Stunden oder Tage. Das Geld ist im Grunde nur ein angenehmer Nebeneffekt.« - »Verstehe«, ein Lächeln schimmerte auf ihren Lippen: »Was könnte ein Gentleman wie du auch anderes sagen?«
Alexander Felitsch, neununddreißig, hat seine Stelle bei einer großen Zeitung verloren. Er beginnt für eine Begleitagentur zu arbeiten. Sein Profil: charmant, gebildet, attraktiv. Es ist die Neugier, die ihn treibt: Was sind das für Frauen, die sich einen Mann mieten? Und: Wie weit will er mit seinen Dienstleistungen gehen?
Die Erfahrungen, die er in seinem neuen Job macht, sind so vielfältig wie seine Kundinnen. Aber erst, als er Liss Vonhofen begegnet und mit ihr auf Reisen geht, beginnt er sich zu fragen, welchen Unterschied es zwischen seiner professionellen Tätigkeit und einer Liebesbeziehung gibt. Worauf kommt es an zwischen Mann und Frau? Ist die Liebe nicht immer ein Tauschgeschäft?
"Das Prostitutionsprotokoll einer Generation, die in emotionaler wie intellektueller Hinsicht gleichermaßen käuflich geworden ist - sehr, sehr süffig." Matthias Politycki
Norbert Kron Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2004, 9,50 EUR.
"Ein überaus bemerkenswertes Buch." Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung
Michael Lindberg hat sein Leben unter Kontrolle. Mit Mitte Dreißig ist er erfolgreicher Produzent von Fernsehshows und bereitet gerade ein neues, spektakuläres Format vor: Selbstbekenntnisse von Verbrechern - "Talk der Täter". Der Angriff auf sein Selbstgefühl kommt von ganz unerwarteter Seite: Er kann nicht Vater werden. Nein, es liegt nicht an seiner Freundin Bea, die Diagnose ist eindeutig. Der Schöpfer perfekter medialer Welten steht fassungslos vor einer Situation, die nicht vorgesehen war in seiner Lebensinszenierung. Die biologische Revolution ist auch Gegenstand der Literatur. "Autopilot" beschreibt den Menschen einen Schritt vor dem Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Er erzählt von dem Schock, mit dem eine elementare, uralte Existenzfrage in das Leben eines Mannes einbricht, für den die Grenzen der Wirklichkeit längst verfließen. Doch Lindbergs Frage ist quälend real: Was bleibt von seinem Leben? Nur Bilder? Hätte ein Kind seiner Existenz nicht den Sinn geben können, der ihm so schmerzhaft fehlt? Lindberg kippt. Immer obsessiver kreist sein Denken um eine Idee: ein Verbrechen, das die Bilderwelt, die er inszeniert, in Wirklichkeit verwandeln soll. Leseprobe"Mein Blick hatte sich den Flaum an den Ohrläppchen ertastet, die Mulde an ihrem Halsansatz und, vor allem, ihre schmalen Hände. Wie erregte er mich, der Anblick ihres zartgeäderten Handrückens, ihrer langen Finger, an denen sie einen einzigen, selbstgeschmiedeten, muschelförmigen Ring trug. All das, die Schönheit ihrer kleinen Besonderheiten sollte diese Frau nicht weitergeben wollen, sollte sie gleichsam auf sich beruhen lassen? War es nicht völlig undenkbar, daß irgendeine läppische Beziehung stärker sein könnte als der archaische Kinderwunsch, daß die Idee einer tollen, profitablen Lebensgemeinschaft, Traumpaar, das sich auf Haut und Haar einander verschrieben hat, Bestand haben sollte gegen den Anspruch, sich in die Erbmasse eigener Kinder weiterzugeben?"
Weitere Leseproben - und eine Audiodatei zum Herunterladen - gibt es auf der Homepage des Carl Hanser Verlags. Pressestimmen"Der Autor ist sehr begabt und sehr intelligent. In der Liebesgeschichte sieht man, was in ihm steckt." (Marcel Reich-Ranicki, ZDF-Solo)
"Das erstaunliche Romandebüt liest sich wie eine Antwort auf Michel Houellebecq. ... Ein bestechendes Buch über die existentielle Erfahrung in einer hochtechnisierten Gesellschaft. In ihren virtuellen Bildwelten scheinen Vergänglichkeit und Tod zu verschwinden, und genau hier, bei der Menschlichkeit, nimmt Krons Romanwelt ihren Anfang." (Paul Kersten, NDR-Bücherjournal)
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